Aufregung ohne Ende

 

Das ist hier wörtlich gemeint. Die Aufregung bei Facebook über Plagiate nimmt kein Ende und das zu Recht. Dachte ich zuerst noch: Okay, da hat jemand ein paar Worte oder einen Satz übernommen. Das ist unschön und ärgerlich. Das darf man übelnehmen und ich würde es auch. Hin und wieder sehe ich Ähnliches und im ersten Moment stört es mich gewaltig, im zweiten hake ich es grummelnd unter Inspiration ab.

 

Ich selbst lese manchmal Szenen oder Sätze, die ich zum Niederknien finde und bedaure, sie nicht übernehmen/klauen zu dürfen. In einem Fall hatte ich eine Idee für einen Protagonisten mit einem bestimmten Makel. Während ich noch an der Story herumgrübelte, hat eine liebe Autorenfreundin genau dies beschrieben, wenn auch mit gänzlich anderem Plot als er mir vorschwebte. Meine Version habe ich bis heute nicht verwirklicht. Das mag manchem übertrieben erscheinen, doch ich konnte meine Geschichte nicht mehr mit gutem Gefühl schreiben.

 

Natürlich kann keiner von uns das Rad neu erfinden und ich kann unmöglich alle bei BookRix oder FanFiktion geschriebenen Geschichten kennen. Plots ähneln sich und manch ein Wort oder ein Satz findet seinen Weg in ein anderes Buch, weil es eben noch im Unterbewusstsein existiert. Doch ich teile die Meinung vieler KollegInnen, dass es einen Unterschied gibt zwischen einem kleinen Satzteil oder Wort und ganzen Absätzen oder womöglich komplett kopierten Geschichten.

 

Das Problem mit Plagiaten ist keine persönliche Interpretationsfrage, sondern ein gesetzlicher Straftatbestand!

 

Wie die meisten wissen, bin ich weder ein Schnell- noch ein Vielschreiberling und in jeder meiner Storys steckt wahnsinnig viel Zeit und Herzblut, nicht zu vergessen die zeitraubende Recherche. Es kommt vor, dass ich mehrere Stunden im Netz verbringe und das Ergebnis in einem einzigen Satz endet. Bis ich meine Idee in Worte gefasst habe, dauert es eine Weile und ich drehe jeden Satz zehnmal hin und her, brauche Wochen für ein paar Seiten, mit denen ich einigermaßen zufrieden bin. Wenn ich meine Jungs woanders entdecken müsste ... ich mag mir nicht vorstellen, wie die vom Plagiat Betroffenen sich jetzt fühlen.

 

Die zum Teil ausufernden Zickereien, Beleidigungen und herabsetzenden Belehrungen sind jedoch überflüssig und wenig hilfreich in der Sache. Für jeden Menschen gilt Meinungsfreiheit. Man muss diese Meinung nicht teilen, aber man sollte sie respektieren, notfalls schweigend, wenn es ohne die Gefahr von Wutausbrüchen nicht möglich ist. Eine sachliche Diskussion ist in jedem Fall sinnvoller. Es wäre schön, wenn alle von der Palme herunterkommen und wieder zum Ursprung zurückkehren könnten – dem Schreiben und Lesen, dem Abtauchen in andere Welten.

Back to the roots, jedoch mit wachsamem Blick ;-))

 

Dies alles wurde in anderen Worten auch schon von KollegInnen in ihren Blogs und Statements beschrieben. Dennoch war es mir wichtig, Stellung zu beziehen und meine Meinung für meine Leser hier zu verdeutlichen. Ihr seid der Schlüssel zu dem, was wir, die AutorInnen tun. Ihr schenkt uns Motivation, Bestätigung, Zeit, manchmal sogar Freundschaft. Ohne euch und eure Aufmerksamkeit würden die Plagiatoren immer noch ungestraft von der Arbeit und der Phantasie anderer profitieren.

 

Deshalb sende ich an dieser Stelle ein großes DANKE an alle Leserinnen und Leser. Ihr seid großartig :)

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